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pnCommerce Team
Donnerstag, 09. Oktober 2003, noch keine Kommentare
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| Foto vom Entwicklertreffen: Sebastian, Frank, Patrick, David |
Fangen wir mal vorne an: Was hat Euch eigentlich damals zu Postnuke gebracht?
Patrick Cornelissen: Ich haben vor etwa 2 Jahren angefangen mich mit Postnuke zu beschäftigen. Postnuke war viel einfacher zu installieren und die Administration war sehr komfortabel. Außerdem hat mich die Vielzahl der Module beeindruckt.
Mario G. : Die API nicht zu vergessen!
Frank Schummertz: Ende 2002 wurde ich gefragt, ob ich nicht die Homepage
eines Hundezüchter-Vereins übernehmen könnte. Diese statische Seite mit nur
wenigen Aktualisierungen, wollte ich als Portal umsetzen, in dem jeder seinen
Beitrag selbst einbringen kann. Ich habe mich also auf die Suche nach einem
solchen System gemacht und bin dann von phpWebsite zu PHPNuke und schließlich
zu Postnuke gekommen. Leider konnte ich den Verein nie von dem System überzeugen,
so dass die Seite noch immer nicht "genukt" ist.
Zur Zeit aber arbeite ich an der Postnuke-Website der Firma für die ich arbeite. Die wird einen externen Teil haben, der statische Informationen mit XExpress verwaltet und einem internen Teil, für die Mitarbeiter. Hier gibt es dann ein Forum, Downloads, Mitarbeiterseiten, Zeiterfassung usw.
Jim Hadfield: Ich habe mir verschiedene System angeschaut, bis ich mich schließlich im Dezember 2001 für Postnuke für http://oldihc.org entschied. Das läuft seither sehr erfolgreich. Und ich habe Postnuke inzwischen auf einer Reihe andere Sites eingesetzt. Zum Teil auch mit einigen eigenen Modulen.
Seit wann entwickelt ihr selbst Module?
Patrick Cornelissen: Seit dem Start von pnCommerce im Feburar 2003.
Mario G. : Seit ich dem Projekt im März/April beigetreten bin.
Frank Schummertz: Die Hundezüchterseite sollte auch einen Shop bekommen. Also habe ich mir PostKart angeschaut. Rex hatte dessen Entwicklung aber inzwischen aufgegeben und als Patrick nach Freiwilligen für seinen Fork suchte, hatte ich gerade eine Menge Zeit - So bin ich zu pnCommerce gekommen. Von Januar bis März habe ich täglich 8-10 Stunden an pnCommerce gearbeitet. Seit 2 Wochen arbeite ich zusätzlich noch an meinem Zeiterfassungsmodul pnHora, welches ich für den internen Gebrauch auf unserer Firmenwebsite benötige. Zur Zeit ist das aber noch pre-Alpha.
Jim Hadfield: Dieses Modul ist auch mein erstes und ich bin seit dem Start dabei.
Wie funktioniert die Entwicklung bei Euch? Wie arbeitet Ihr zusammen?
Patrick Cornelissen: So eine Entwicklung macht einen Menge Arbeit. Mit einem guten Team aber, ist es möglich das hinzubekommen. Wir kommunizieren per Chat, Mailinglists, Foren and manchmal per Telefon. Dann hatten wir ja auch unser Entwickler-Treffen im August. Ich hoffe, dass sich das auch auf die gesamte Community auswirkt. Ein gutes eCommerce-Modul wird dringend benötigt und wir hoffen auf viel Feedback von den Usern da draussen und dass uns vielleicht der eine oder andere hilft.
Frank Schummertz: Unser Team besteht aus Leuten, die sich normalerweise nicht treffen können. Wir arbeiten deswegen natürlich jeder für sich. Wichtige Entscheidungen werden aber auf unserer internen Mailinglist oder bei unserem täglichen Chat im EuIRC-Channel #PN-commerce diskutiert. Dieses und Emails sind die wichtigesten Kommunikationsmittel für uns.
Ein weiteres wichtiges Tool ist unser CVS bei SourceForge. CVS ist einfach dafür geschaffen, dass Leute an verschiedenen Orten kooperieren können. Auf unserem Entwicklertreffen im August haben wir uns das erste mal richtig getroffen. Unseren Dokumentations-Guru Jim haben wir per Webcam dazugeschaltet. Der Einfluß der Community ist natürlich riesig - vor allem seit unserem ersten Alpha-Release. Nun da die User sehen, was pnCommerce kann, kommen viele Vorschläge, was wir noch einbauen sollen. Manchmal ist es dann echt schwer zu sagen: "Das können wir zur Zeit leider nicht."
Jim Hadfield: Ja, das Feedback von der Community ist fantastisch. Und CVS ist ein echter Lebensretter!
Was ist das Hauptproblem bei Eurer Entwicklung?
Patrick Cornelissen: Ein großes Problem war die fehlende Dokumentation. Der Module Entwickler Guide bleibt an vielen Stellen wage und eine API-Dokumenation gibt es einfach noch nicht. Sebstian Schürman hat ja daraufhin sein API-Dokumentations-Projekt gestartet. Besserung ist also in Sicht - das war aber wirklich schon ein großes Problem. Die Informationen aus der Core-Entwicklung werden einfacher zu bekommen sein. Als Entwickler sind wir darauf angewiesen rechtzeitig über Änderungen an der API informiert zu werden, damit wir das in unsere Strategie einbeziehen können. Wir können nicht immer wieder von vorne anfangen, nur weil sich das System dauernd ändert.
Frank Schummertz: Mein größtes Problem war, dass ich gleichzeitig PHP und die Postnuke API lernen mußte. Ich programmiere seit den späten 80ern, damals in Basic und Oberon, später in C auf dem Amiga, von daher war aber der Schritt zu PHP nicht so schwer.
JimHadfield: Ich weiß nicht, ob das ein Problem ist, aber ich arbeite zusammen mit einem Haufen Jungs, mit denen man prima zusammenarbeiten kann. Normalerweise habe ich nicht so viel Glück.
Was sollte die nächste Version vom Postnuke können, um Eure Arbeit zu erleichtern?
Patrick Cornelissen: SSL-Support. Den haben wir sogar schon selbst beim Core-Team eingereicht. Und Smarty!
Frank Schummertz: Ja, die Templating Enginge in .8 wird unser Leben tatsächlich sehr vereinfachen. Derzeit stellen wir pnCommerce schon auf Smarty und haben dabei festgestellt, dass man einen großen Teil des Quelltextes in der pnuser.php und der pnadmin.php loswird, ohne die Funktionen des Moduls zu beschneiden. Der erwähnte SSL-Support würde uns auch sehr helfen. Wir haben unseren Vorschlag dazu ja schon beim Core-Team eingereicht. In die Version 726 hat er es aber leider noch nicht geschafft. Aber vielleicht ja in die .8.
Wie sieht Eurer Meinung nach die Zukunft Eures Moduls aus?
Patrick Cornelissen: Wir werden erstmal die Umstellung auf Smarty abschließen und uns dann an "variable Eigenschaften" machen. Zum Schluß kommen dann die ganzen Kleinigkeiten. Vielleicht machen wir uns dann noch einen Kompatibilitäts-Layer, damit pnCommerce auch mit den anderen Postnuke Ablegern funktioniert.
Was meinst Du mit "variable Eigenschaften"? "Variable Eigenschaften" sind ein immer wieder nachgefragtes Feature - Wenn Du dir zum Beispiel ein T-Shirt aussuchst, dann gibt es das in verschiedenen Größen. Das System was ich mit Frank überlegt habe wird aber noch weitere Konsequenzen haben: - ShopDaten sind frei definierbar - Kategorien sind frei definierbar Damit kann man dann Mall-Lösungen bauen und alles so einstellen, wie man es gerne hätte. Zusammen mit Smarty sind wir dann die Eierlegende Wollmilchsau. Die ganze Sache ist ziemlich vertrackt, weil man eine Menge bedenken muß. Die Umstellung zum Glück schrittweise erfolgen kann. Zuerst die ShopDaten, dann die Kategorien und als letztes die Produktdaten. Es wird also noch ein wenig dauern, bevor das alles so funktioniert.
Wie sieht Eurer Meinung nach die Zukunft von Postnuke aus?
Frank Schummertz: Ich habe ein eher unklares Bild der Zukunft von Postnuke - das soll aber nicht heißen, dass Postnuke keine Zukunft hat! Nur ist die Informationspolitik der Projekt-Leitung sehr schwach und sollte auf jeden Fall verbessert werden. Die öffentliche Modul-Entwickler-Mailinglist ist tot - oder zumindest bekomme ich da nichts mehr. Verglichen auf jeden Fall mit Xaraya ist die Liste tot. Wir freuen uns aber dass die Community so stark ist und hilft, wenn es Hilfe bedarf.
JimHadfield: Da muß ich Frank zustimmen. Manchmal ist es bei all dem internen Gezänk wirklich schwer zu erkennen, wohin es mit Postnuke geht. Trotzdem werden wir ein starkes Modul für Postnuke entwickeln, aber auch darauf achten, dass es mit anderen Systemen funktioniert.
Was sollten die User bei der Benutzung Eures Moduls beachten?
Patrick Cornelissen: Wir haben immer noch ein paar Probleme mit dem Plugin-System auf Windows-Servern. Der Rest arbeitet aber schon sehr zuverlässig. 75% der Probleme treten auf, wenn die User die Haupteinstellungen nicht komplett vorgenommen haben, die Zugriffsrechte nicht stimmen, oder wenn Dateien fehlen.
Frank Schummertz: Die Stärke von pnCommerce liegt in der Modularität, so dass es einfach erweitert werden kann. Schon dadurch wird es zu einem mächtigen Shoppingmodul, das mit Smarty noch besser werden wird. Damit werden dann Dinge möglich, die jetzt noch nicht gehen. Die .82 sieht noch sehr nach PostKart aus, das wird sich aber mit dem nächsten Release ändern. Vielleicht ist dies auch ein Schwachpunkt. Aber "unter der Haube" ist fast nichts mehr vom ursprünglichen Code übrig. Ich glaube, mittlerweile wurde 98% des Codes unseren Anforderungen nach angepaßt. Irgendwann kann man zwei völlig verschiedene Shops aufsetzen, die aber beide pnCommerce benutzen. Das geht durch das eigene Layout über die Templates.
JimHadfield: Meiner Meinung nach ist das größte Problem, dass die Leute die Dokumenation nicht lesen.
Habt Ihr noch ein Schlußwort?
Patrick Cornelissen: Wir geben uns alle Mühe, der Community ein gutes Modul zu liefern. Dafür hoffen wir, in Zukunft mehr Informationen aus der Postnuke Entwicklung zu bekommen. Es gibt ein paar großartige Entwickler in der community. Es wäre wichtig, zumindest einige Entwicklungen öffentlich zu diskutieren, um auf neue Lösungen zu kommen. Die abschließende Diskussion kann dann ja gerne intern laufen. (Nur ein gut gemeinter Hinweis)
Nach Abschluß des Interviews teilte mir Patrick mit, daß die Umstellung auf Smarty fertig sei. Es liefen jetzt erstmal interne Tests. In Kürze werde es eine öffentliche Testversion geben.
