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Øivind Skau, pagEd
Mittwoch, 15. Oktober 2003, 3 Kommentare
Seither hat pagEd sich enorm weiterendwickelt. Und es enthält ein paar geniale Funktionen vor allem in der Administration, die sich jeder Modul-Programmierer einmal anschauen sollte.
Stell Dich doch einfach einmal kurz vor.
Normalerweise benutze ich den Nick "Little". Ich arbeite zur Zeit an 2 Modulen. Das Hauptmodul ist pagEd - einem Content Management Modulfür Postnuke und eNvolution. Als zweites pflege ich Nubel, ein Modul, das die Übersetzung von der Sprachdateien vereinfachen soll. Das läuft auch auf den beiden Systemen.
Wo wohnst Du eigentlich?
Geboren bin ich in Oslo, Norwegen - Jetzt lebe ich aber in Bergen, der zweitgrößten Stadt Norwegens. Hier leben ca. 200000 Menschen, der Ort ist umgeben von 7 Bergen. Bergen ist sehr pitoresk mit vielen erhaltenen Holzhäusern.
Ich arbeite hier als Web-Designer und Programmierer. Beides zusammen ermöglicht es mir, verschiedenste Kundenansprüche zu befriedigen.
Wie bist Du damals zu Postnuke gekommen?
Ich bin eigentlich per Zufall zu Postnuke gekommen. Vor ein paar Jahren war ich auf der Suche nach einem Weg, dass mir ein Kunde Updates für seine Sites zukommen lassen kann. Ich habe eine Menge Systeme getestet, auch mit Frontpage herumprobiert, bevor ich PHPNuke entdeckte. Ich kannte mich damit damals überhaupt nicht aus und ich konnte es einfach nicht zum Laufen kriegen. Es stellte sich dann heraus, dass das an den magic_quotes lag. Postnuke aber konnte damit umgehen.
Ich kann Postnuke leider nicht mit anderen Systemen vergleichen, weil ich es ehrlich gesagt benutze, weil ich damit umgehen kann und keine Erfahrung mit anderen Systemen habe.
Wann hast Du selbst mit der Modulprogrammierung begonnen?
Im Januar diesen Jahres habe ich mit pagEd begonnen. Das begann erst mit einigen kleineres Hacks für EZCMS - Ich hatte es satt, dass man in den Postnuke News Artikeln keine Bilder benutzen konnte. EZCMS besass schone einen Bilderupload. Also habe ich mich darum gekümmert, daß man die EZCMS-Beiträge auf der Startseite als News anzeigen konnte. Inspiriert durch de Mentalto Galerie habe ich noch ein Addon für das image resizing per NetPBM geschrieben, bevor ich EZCMS aufgab und mein eigenes Modul daraus entwickelte.
EZCMS Benutzer werden wahrscheinlich noch etwas EZCMS in pagEd erkennen, obwohl sich die beiden Module inzwischen schon sehr unterscheiden.
Wie entwickelst Du eigentlich und wie kann Dir die Community bei der Entwicklung helfen?
Der Einfluss durch die Community auf die Entwicklung ist sehr groß. Das Modul würde ohne die Community heute gänzlich anders aussehen, ohne den Beitrag von außen. Die User-Test bringen immer jede Menge Bugfixes. Es werden auch eigene Code-Änderungen eingeschickt, die Bugs fixen oder Funktionen erweitern. Viele neue Funktionen vor allem in der letzten Version gehen auf Feature Suggestions aus dem Forum zurück.
Auch die Übersetzer machen einen großartigen Job.
Auf diese Art ein Modul zu entwickeln, gibt einem das Gefühl im Brennpunkt einer Linse zu stehen. Ein User hat einmal ein komplettes Icon-Set für die Administration erstellt. Ein anderer hat einen Teil des Codes auf Smarty umgestellt. Beim Thema Communitybeteiligung wollte ich einen Bekannten hier aus der Gegend erwähnen, ein großer Teil des User-Interfaces kommt von ihm.
Abgesehen von den Feature Request und den Bug Reports im Forum, benutze ich oft den MSN-Messenger. Darüber diskutiere ich oft mit anderen Programmierern und Usern. Eins ums andere Mal sind bei diesem Brainstorming schon Bedieneroberflächenänderungen herausgekommen, oder programmiertechnische Probleme beseitigt worden.
Eine andere tolle Hilfe für mich ist das Support-Anfrage-Forumlar auf meiner Homepage. Hier können User Zugangsdaten zu Ihrer Site hinterlassen, wo ich mir dann das Problem im Betrieb anschauen kann.
Zusammenfassend würde ich sagen, dass zwar das programmieren allein an mir hängt - insgesamt die PagEd-Entwicklung aber OpenSource par excellance.
Was bereitet Dir beim Entwickeln die größten Schwierigkeiten?
Als allererstes hatte ich bei der Entwicklung am Anfang die gleichen Probleme wie bei Postnuke-Einstieg schon - learning by doing - Das betrifft die Modulentwicklung, das programmieren an sich, Coding Disziplin und die geeigneten Strukturen dafür.
Am besten läßt sich dies an der Entwicklung von Modul-Upgrades, die Datenbankänderungen beinhalten, zeigen. Datenbankupgrades und Änderungen in der Tabellenstruktur umfassen die erfolgreiche Ausführung mehrerer SQL-Queries beim ersten Versuch, während man gleichzeitig den Inhalt der Tabellen erhalten muß. Das ist ganz schön kompliziert, vor allem, wenn man dann auch noch funktionierende Upgrades von allen bekannten Versionen vorhalten muß. Gerade bei den Upgrade-Funktionen fällt schlechter Programmierstil auf. Das wird dann auch immer schlimmer mit jeder neuen Version. Irgendwann bist Du verloren. Daraus lernt man dann aber, es besser zu machen.
Ein Feld, das ich bisher zugunsten der Programmierung vernachlässigt habe, ist CVS - das habe ich bisher überhaupt noch nicht benutzt. Das macht die Organisation ganz schön kompliziert für mich als Entwickler, aber auch für die User. Aber das so lernt man so nebenbei.
Eine andere Sache, die mir das Leben schwer macht hat mehr mit Postnuke an sich zu tun. Wie viele ja wissen, ist Postnuke vor allem deswegen von PHPNuke geforkt worden, um kontrolliert Modulprogrammierern einen Core zur Verfügung zu stellen. Inzwischen hat natürlich auch PHPNuke diesen Schritt vollzogen. Ob und wie Modulentwicklungen von Dritten willkommen sind ist eine Frage der Priorität. Beides hat Vor- und Nachteile. Zumindest im Falle von Postnuke finde ich die Core-, aber auch die Modulentwicklung faszinierend und wirkt auf mich äußerst dynamisch. Leider aber erweckt Postnuke nicht den Eindruck eines Systems, das untersucht und analysiert werden kann, sondern von Chaos und auch noch ein Chaos, das sich jeden Tag verändert. Genauergesagt macht einem dieser riesige Dschungel das Programmieren für Postnuke so kompliziert.
Hauptsächlich fehlt ein Ort, an dem man erfahren kann, was schon getan wurde. Darüberhinaus ist die Download-Sektion auf postnuke.com im besten Fall unvollständig - im schlimmsten voll alter Sachen. Sich einen Überblick über die vorhandenen Module zu verschaffen ist harte Arbeit, bei der man immer wieder viele Sites und Foren besuchen muß. Deshalb sind die Foren auch so voll von Fragen der Art "Ich brauche ein Modul, das dies und das kann..." - und selbst die Besten sind dann nur auch auf http://www.myobscure.site.com erhältlich.
Ein weiteres Problem dieser lessaiz-faire Einstellung ist, dass es so viele Programmier-Philosophien wie Module gibt - Daraus ergeben sich dann die merkwürdigsten Konflikte, die man dann Stunden- und Tagelang untersuchen und beseitigen muß.
Als letztes möchte ich anmerken, dass Module nur sehr selten miteinander kommunizieren. Man kann eine News-Modul, einen Kalender und eine Galerie betreiben. Wenn man aber etwas in allen drei Modulen anzeigen lassen will, muß man 3 Eingabeprozesse durchlaufen. Von der Dynamik in Postnuke will ich gar nicht reden - denn wenn man eine Änderung im News-Artikel vornimmt, merken die anderen Module nichts davon. Gegen die Konflikte und Bugs, kann ich nur empfehlen den Modul Entwickler Guide zu lesen und die API zu studieren - trotzdem bleiben die Module Inseln ohne Brücken zueinander.
Was sollte also in Postnuke .8 anders sein, um Deine Arbeit zu erleichtern?
Generelles zu Struktur und Natur von Postnuke kann ich dazu nicht sagen, außer den Dingen, die ich schon erwähnte. Darüberhinaus gibt es einige Faszetten in Postnuke: Eine ist das Permissions-System, eine andere das Menü - ohne zu sehr ins Detail zu gehen, sind beide sehr darauf angewiesen, dass der User die Syntax einhält. Ein vergessener Punkt oder ein Klammer am falsch Platz kann alles zu nichte machen. Da diese beiden Funktionen aber auch noch oft ineinander greifen, schrumpfen die Chancen es auf Anhieb richtig zu machen.
Ich sehe ein, dass das Permissions System sehr mächtig sein kann, aber der Preis dafür scheint recht hoch. Immer wieder liest man in Foren von Usern, die sich duch einen kleinen Fehler aus ihren Sites ausgesperrt haben. Eigentlich sollte man denken, dass sich hier seit den alten DOS-Zeiten etwas hin zu einer Point&Click Bedienung entwickelt haben könnte. Naja, aber dadurch behalten jedenfalls die Webmaster ihren Job - während nämlich das pflegen der Inhalt relativ leicht ist, ist die Administration eher kompliziert.
Wie wird sich dann Deiner Meinung nach Postnuke weiterentwickeln?
Für Open Source Entwicklungen sind solche Vorhersagen immer schwer zu treffen. Bei kommerziellen Produkten könnte man die finanzielle Ausstattung und die Verkäuflichkeit analysieren und mit der Konkurrenz vergleichen. Um aber Postnuke oder pagEd einzuschätzen, muß man die Leute dahinter kennen - wie viel Zeit sie investieren können, wie sie kooperieren oder ob es Differenzen über die Ausrichtung der Entwicklung gibt. Vielleicht resultieren daraus dann wieder Forks und neue Produkte, die auf dem gleichen Code beruhen. Bei Postnuke, denke ich, wird uns eine Blick auf die Version .8 eine Menge über dessen zukünftige Position im der wachsenden Welt der Web-Site-Systeme sagen.
Und wie sieht das mit pagEd aus?
pagEd soll vor allem stabiler und schneller werden. Darüberhinaus würde ich das Modul aber auch gerne auf anderen CMS zum Laufen bekommen - zusätzlich zu Postnuke und eNvolution.
Woran arbeitest Du denn zur Zeit?
Im Moment bekämpfe ich ein paar der Schwachpunkte. Vor allem der Umgang mit großen Text- und Bildmengen. Da machen uns hauptsächlich die Bildbearbeitungsroutinen das Leben schwer, weil es hier oft auf die Server Konfiguration ankommt.
Leider gibt es auch immer noch kein richtiges Handbuch für pagEd. Das wird immer wieder nachgefragt. Ich hatte dafür aber nie die Zeit. Und zu Anfang gab es auch nur wenige Funktionen, die man sich schnell aneignete. Jetzt aber da das Modul wächst nehmen die User es anders wahr als ich als Entwickler. Darauf bin ich dann auch nicht immer eingestellt. Das ist natürlich ein Dilemma - Der Entwickler kann sich nur schwer in die Perspektive eines Newbies versetzen.
Auf was bist Du denn stolz in Deiner Entwicklung?
Hier muß ich einmal mehr die Community erwähnen. Ich muß mich nicht mehr um die Umgebung der Entwicklung meiner .90 kümmern. Obwohl das Paket bisher nur zur Verwendung auf eigene Gefahr empfohlen ist, haben es eine Menge User installiert und es kommt immer mehr Feedback.
Daneben lege ich wert auf drei Dinge: 1. Eine intuitive Bedienung, 2. Kompatibilität mit verschiedenen Servern und 3. der praktische Umgang mit großen Textmengen. Bei letztem setze ich auf Topics und Layouts als Instrumente, gleichzeitige Änderungen an mehreren Texten vorzunehmen.
Möchtest Du noch etwas zu Postnuke oder pagEd sagen?
Probiert es aus!
Vielen Dank für das Interview
Normalerweise benutze ich den Nick "Little". Ich arbeite zur Zeit an 2 Modulen. Das Hauptmodul ist pagEd - einem Content Management Modulfür Postnuke und eNvolution. Als zweites pflege ich Nubel, ein Modul, das die Übersetzung von der Sprachdateien vereinfachen soll. Das läuft auch auf den beiden Systemen.
Wo wohnst Du eigentlich?
Geboren bin ich in Oslo, Norwegen - Jetzt lebe ich aber in Bergen, der zweitgrößten Stadt Norwegens. Hier leben ca. 200000 Menschen, der Ort ist umgeben von 7 Bergen. Bergen ist sehr pitoresk mit vielen erhaltenen Holzhäusern.
Ich arbeite hier als Web-Designer und Programmierer. Beides zusammen ermöglicht es mir, verschiedenste Kundenansprüche zu befriedigen.
Wie bist Du damals zu Postnuke gekommen?
Ich bin eigentlich per Zufall zu Postnuke gekommen. Vor ein paar Jahren war ich auf der Suche nach einem Weg, dass mir ein Kunde Updates für seine Sites zukommen lassen kann. Ich habe eine Menge Systeme getestet, auch mit Frontpage herumprobiert, bevor ich PHPNuke entdeckte. Ich kannte mich damit damals überhaupt nicht aus und ich konnte es einfach nicht zum Laufen kriegen. Es stellte sich dann heraus, dass das an den magic_quotes lag. Postnuke aber konnte damit umgehen.
Ich kann Postnuke leider nicht mit anderen Systemen vergleichen, weil ich es ehrlich gesagt benutze, weil ich damit umgehen kann und keine Erfahrung mit anderen Systemen habe.
Wann hast Du selbst mit der Modulprogrammierung begonnen?
Im Januar diesen Jahres habe ich mit pagEd begonnen. Das begann erst mit einigen kleineres Hacks für EZCMS - Ich hatte es satt, dass man in den Postnuke News Artikeln keine Bilder benutzen konnte. EZCMS besass schone einen Bilderupload. Also habe ich mich darum gekümmert, daß man die EZCMS-Beiträge auf der Startseite als News anzeigen konnte. Inspiriert durch de Mentalto Galerie habe ich noch ein Addon für das image resizing per NetPBM geschrieben, bevor ich EZCMS aufgab und mein eigenes Modul daraus entwickelte.
EZCMS Benutzer werden wahrscheinlich noch etwas EZCMS in pagEd erkennen, obwohl sich die beiden Module inzwischen schon sehr unterscheiden.
Wie entwickelst Du eigentlich und wie kann Dir die Community bei der Entwicklung helfen?
Der Einfluss durch die Community auf die Entwicklung ist sehr groß. Das Modul würde ohne die Community heute gänzlich anders aussehen, ohne den Beitrag von außen. Die User-Test bringen immer jede Menge Bugfixes. Es werden auch eigene Code-Änderungen eingeschickt, die Bugs fixen oder Funktionen erweitern. Viele neue Funktionen vor allem in der letzten Version gehen auf Feature Suggestions aus dem Forum zurück.
Auch die Übersetzer machen einen großartigen Job.
Auf diese Art ein Modul zu entwickeln, gibt einem das Gefühl im Brennpunkt einer Linse zu stehen. Ein User hat einmal ein komplettes Icon-Set für die Administration erstellt. Ein anderer hat einen Teil des Codes auf Smarty umgestellt. Beim Thema Communitybeteiligung wollte ich einen Bekannten hier aus der Gegend erwähnen, ein großer Teil des User-Interfaces kommt von ihm.
Abgesehen von den Feature Request und den Bug Reports im Forum, benutze ich oft den MSN-Messenger. Darüber diskutiere ich oft mit anderen Programmierern und Usern. Eins ums andere Mal sind bei diesem Brainstorming schon Bedieneroberflächenänderungen herausgekommen, oder programmiertechnische Probleme beseitigt worden.
Eine andere tolle Hilfe für mich ist das Support-Anfrage-Forumlar auf meiner Homepage. Hier können User Zugangsdaten zu Ihrer Site hinterlassen, wo ich mir dann das Problem im Betrieb anschauen kann.
Zusammenfassend würde ich sagen, dass zwar das programmieren allein an mir hängt - insgesamt die PagEd-Entwicklung aber OpenSource par excellance.
Was bereitet Dir beim Entwickeln die größten Schwierigkeiten?
Als allererstes hatte ich bei der Entwicklung am Anfang die gleichen Probleme wie bei Postnuke-Einstieg schon - learning by doing - Das betrifft die Modulentwicklung, das programmieren an sich, Coding Disziplin und die geeigneten Strukturen dafür.
Am besten läßt sich dies an der Entwicklung von Modul-Upgrades, die Datenbankänderungen beinhalten, zeigen. Datenbankupgrades und Änderungen in der Tabellenstruktur umfassen die erfolgreiche Ausführung mehrerer SQL-Queries beim ersten Versuch, während man gleichzeitig den Inhalt der Tabellen erhalten muß. Das ist ganz schön kompliziert, vor allem, wenn man dann auch noch funktionierende Upgrades von allen bekannten Versionen vorhalten muß. Gerade bei den Upgrade-Funktionen fällt schlechter Programmierstil auf. Das wird dann auch immer schlimmer mit jeder neuen Version. Irgendwann bist Du verloren. Daraus lernt man dann aber, es besser zu machen.
Ein Feld, das ich bisher zugunsten der Programmierung vernachlässigt habe, ist CVS - das habe ich bisher überhaupt noch nicht benutzt. Das macht die Organisation ganz schön kompliziert für mich als Entwickler, aber auch für die User. Aber das so lernt man so nebenbei.
Eine andere Sache, die mir das Leben schwer macht hat mehr mit Postnuke an sich zu tun. Wie viele ja wissen, ist Postnuke vor allem deswegen von PHPNuke geforkt worden, um kontrolliert Modulprogrammierern einen Core zur Verfügung zu stellen. Inzwischen hat natürlich auch PHPNuke diesen Schritt vollzogen. Ob und wie Modulentwicklungen von Dritten willkommen sind ist eine Frage der Priorität. Beides hat Vor- und Nachteile. Zumindest im Falle von Postnuke finde ich die Core-, aber auch die Modulentwicklung faszinierend und wirkt auf mich äußerst dynamisch. Leider aber erweckt Postnuke nicht den Eindruck eines Systems, das untersucht und analysiert werden kann, sondern von Chaos und auch noch ein Chaos, das sich jeden Tag verändert. Genauergesagt macht einem dieser riesige Dschungel das Programmieren für Postnuke so kompliziert.
Hauptsächlich fehlt ein Ort, an dem man erfahren kann, was schon getan wurde. Darüberhinaus ist die Download-Sektion auf postnuke.com im besten Fall unvollständig - im schlimmsten voll alter Sachen. Sich einen Überblick über die vorhandenen Module zu verschaffen ist harte Arbeit, bei der man immer wieder viele Sites und Foren besuchen muß. Deshalb sind die Foren auch so voll von Fragen der Art "Ich brauche ein Modul, das dies und das kann..." - und selbst die Besten sind dann nur auch auf http://www.myobscure.site.com erhältlich.
Ein weiteres Problem dieser lessaiz-faire Einstellung ist, dass es so viele Programmier-Philosophien wie Module gibt - Daraus ergeben sich dann die merkwürdigsten Konflikte, die man dann Stunden- und Tagelang untersuchen und beseitigen muß.
Als letztes möchte ich anmerken, dass Module nur sehr selten miteinander kommunizieren. Man kann eine News-Modul, einen Kalender und eine Galerie betreiben. Wenn man aber etwas in allen drei Modulen anzeigen lassen will, muß man 3 Eingabeprozesse durchlaufen. Von der Dynamik in Postnuke will ich gar nicht reden - denn wenn man eine Änderung im News-Artikel vornimmt, merken die anderen Module nichts davon. Gegen die Konflikte und Bugs, kann ich nur empfehlen den Modul Entwickler Guide zu lesen und die API zu studieren - trotzdem bleiben die Module Inseln ohne Brücken zueinander.
Was sollte also in Postnuke .8 anders sein, um Deine Arbeit zu erleichtern?
Generelles zu Struktur und Natur von Postnuke kann ich dazu nicht sagen, außer den Dingen, die ich schon erwähnte. Darüberhinaus gibt es einige Faszetten in Postnuke: Eine ist das Permissions-System, eine andere das Menü - ohne zu sehr ins Detail zu gehen, sind beide sehr darauf angewiesen, dass der User die Syntax einhält. Ein vergessener Punkt oder ein Klammer am falsch Platz kann alles zu nichte machen. Da diese beiden Funktionen aber auch noch oft ineinander greifen, schrumpfen die Chancen es auf Anhieb richtig zu machen.
Ich sehe ein, dass das Permissions System sehr mächtig sein kann, aber der Preis dafür scheint recht hoch. Immer wieder liest man in Foren von Usern, die sich duch einen kleinen Fehler aus ihren Sites ausgesperrt haben. Eigentlich sollte man denken, dass sich hier seit den alten DOS-Zeiten etwas hin zu einer Point&Click Bedienung entwickelt haben könnte. Naja, aber dadurch behalten jedenfalls die Webmaster ihren Job - während nämlich das pflegen der Inhalt relativ leicht ist, ist die Administration eher kompliziert.
Wie wird sich dann Deiner Meinung nach Postnuke weiterentwickeln?
Für Open Source Entwicklungen sind solche Vorhersagen immer schwer zu treffen. Bei kommerziellen Produkten könnte man die finanzielle Ausstattung und die Verkäuflichkeit analysieren und mit der Konkurrenz vergleichen. Um aber Postnuke oder pagEd einzuschätzen, muß man die Leute dahinter kennen - wie viel Zeit sie investieren können, wie sie kooperieren oder ob es Differenzen über die Ausrichtung der Entwicklung gibt. Vielleicht resultieren daraus dann wieder Forks und neue Produkte, die auf dem gleichen Code beruhen. Bei Postnuke, denke ich, wird uns eine Blick auf die Version .8 eine Menge über dessen zukünftige Position im der wachsenden Welt der Web-Site-Systeme sagen.
Und wie sieht das mit pagEd aus?
pagEd soll vor allem stabiler und schneller werden. Darüberhinaus würde ich das Modul aber auch gerne auf anderen CMS zum Laufen bekommen - zusätzlich zu Postnuke und eNvolution.
Woran arbeitest Du denn zur Zeit?
Im Moment bekämpfe ich ein paar der Schwachpunkte. Vor allem der Umgang mit großen Text- und Bildmengen. Da machen uns hauptsächlich die Bildbearbeitungsroutinen das Leben schwer, weil es hier oft auf die Server Konfiguration ankommt.
Leider gibt es auch immer noch kein richtiges Handbuch für pagEd. Das wird immer wieder nachgefragt. Ich hatte dafür aber nie die Zeit. Und zu Anfang gab es auch nur wenige Funktionen, die man sich schnell aneignete. Jetzt aber da das Modul wächst nehmen die User es anders wahr als ich als Entwickler. Darauf bin ich dann auch nicht immer eingestellt. Das ist natürlich ein Dilemma - Der Entwickler kann sich nur schwer in die Perspektive eines Newbies versetzen.
Auf was bist Du denn stolz in Deiner Entwicklung?
Hier muß ich einmal mehr die Community erwähnen. Ich muß mich nicht mehr um die Umgebung der Entwicklung meiner .90 kümmern. Obwohl das Paket bisher nur zur Verwendung auf eigene Gefahr empfohlen ist, haben es eine Menge User installiert und es kommt immer mehr Feedback.
Daneben lege ich wert auf drei Dinge: 1. Eine intuitive Bedienung, 2. Kompatibilität mit verschiedenen Servern und 3. der praktische Umgang mit großen Textmengen. Bei letztem setze ich auf Topics und Layouts als Instrumente, gleichzeitige Änderungen an mehreren Texten vorzunehmen.
Möchtest Du noch etwas zu Postnuke oder pagEd sagen?
Probiert es aus!
Vielen Dank für das Interview
Anmerkung: Nächste Woche interview ich Mark West - den Core-Entwickler, der hauptsächlich die Module auf Postnuke .8 vorbereitet.
Kommentare
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t_smiatek
am 20.10.2003 um 00:26 Uhr
jn am 20.10.2003 um 08:34 UhrRe: Øivind Skau
...ich denke mal, Øivind will darauf hinweisen, dass viele gute Ressourcen eben _nicht_ auf den "großen" Seiten zu finden sind, sondern etwas versteckt...
Der für das News-Modul aktivierte bb_click macht daraus einen Link![]()
Jörg
kaffeeringe.de am 20.10.2003 um 09:06 UhrRe: Øivind Skau
richtig